Es regnet stark

drum hat der kleine Nazi, stets verdrossen,

das überdachte Bahngleis ganz für sich erschlossen.

So steht er da im schmalen Unterstand

und hat, weil er ein kleiner Nazi ist,

sein Hirn zu nutzen also gern vergisst,

den Regenschirm noch feste in der Hand.

 

Und vor dem Dach, im kalten Regen frierend

steht, ohne Schirm, ein zweiter Mann am Bahngleisrand.

Der kleine Nazi sieht ihn sich kurz an

Er kennt ihn nicht, es ist ein fremder Mann.

Da weiß der Nazi, trocken resultierend:

Ich seh’s ihm an, es ist ein Immigrant.

 

Und schreit gleich zornig unterm Dach hervor

(den Schirm, den hält er immer noch empor),

Sein Zug ist längst schon abgefahren, er merkt es nicht,

ist ganz vertieft in die besorgter-Bürger-Pflicht:

„Ich lass mich von dir Lumpen nicht vertreiben,

Ich werd den ganzen Tag hier stehen bleiben!

Nicht einen Zentimeter werd ich mich bewegen,

denn DEINETWEGEN steh ich nicht im Regen!“

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